Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton

[Werbung] Herzlichen Dank an den Tropen Verlag und Vorablesen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Wer so wie ich Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle geliebt hat, wird auch dieses Buch feiern. 


Atmosphärisch, genial, rätselhaft, Turton!."

Meine Meinung

Lasst uns die Segel setzen und in See stechen! Es gibt einen Mord aufzuklären. Der Teufel treibt an Bord der Saardam sein Unwesen und Leutnant Arent Hayes benötigt tatkräftige Unterstützung bei den Ermittlungen. Sein genialer Freund Detektiv Samuel Pipps, kurz Sammy, wurde nämlich selbst wegen eines schweren Verbrechens angeklagt und ist Gefangener auf dem verfluchten Schiff.  Hayes muss nicht nur seinen Freund vor der Hinrichtung bewahren, sondern auch die Saardam vor dem drohenden Untergang.

Schon die ersten Seiten haben mich unglaublich in den Bann gezogen. Stuart Turton ist einfach ein Meister der Manipulation und Atmosphäre. Ich durfte seinen unverkennbaren Stil bereits in Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle kennenlernen und dieser findet sich auch in Der Tod und das dunkle Meer wieder. Ein Genremix aus Krimi, Fantasy und Horror im historischen Kleid. Toll recherchiert,  authentisch und doch der fiktiven Handlung angepasst. Einfach großartig!  

Schauplatz ist dieses Mal die Saardam,  ein Handelsschiff der Ostindien-Kompanie. Gemeinsam mit Sara Wessel, der Gattin des Generalgouverneurs, ermittelt Arent Hayes im Fall des ermordeten Aussätzigen, der den Untergang des Schiffes prophezeit hat. Und auch Samuel Pipps gilt es zu retten, denn dieser steuert geradewegs auf seine Hinrichtung zu. Was er allerdings verbrochen hat, weiß weder Sammy selbst noch sein Gehilfe Arent. Stuart Turton gibt eine Menge Rätsel auf, öffnet Türen, schickt uns allerdings auch auf zahlreiche Irrwege. Wie im Vorgänger schickt Turton eine Vielzahl an Verdächtigen ins Rennen - von adeligen Passagieren, über hochrangige Offiziere bishin zu dreckigen Matrosen. Man muss schon aufpassen, dass man den Überblick nicht verliert. Umso spannender haben sich allerdings die Ermittlerinnen gestaltet. Ich habe nach Sherlock-Holmes-Manier gerätselt, Schlussfolgerungen gezogen und Geheimnisse verfolgt. Ich war in den dunkelsten Winkeln der Saardam, habe Salzwasser auf der Haut gespürt und mich fast am Gestank dreckiger Kleidung übergeben. Ich war nicht einfach nur stiller Beobachter. Ich war aktiver Teil der Ermittlungen und Teammitglied von Hayes und Sara, zwei Protagonisten, die ich schnell lieb gewonnen habe. Arent Hayes, der Mann fürs Grobe, und Sara, die frischen Wind an Bord verbreitet hat. 

Ja, das Buch lebt von seinen facettenreichen Charakteren - den Neidern, den Habgierigen, den Liaisonen. Es lebt von der unheilvollen Atmosphäre, der spürbaren Gefahr, die scheinbar hinter jeder Planke lauert. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Es ist ein echter Pageturner von Anfang bis Ende! Typisch Turton! 

Fazit

Das nächste Jahreshighlight ist gefunden. Stuart Turton hat mich wieder einmal an die Seiten bzw. an Bord der Saardam gefesselt. Der Tod und das dunkle Meer ist ein teuflisch guter Genremix. Ein Krimi mit fantastischen und gruseligen Elementen im historischen Gewand in dem nach Sherlock Holmes-Manier ermittelt wird. Ich feiere den neuesten Geniestreich und daher gibt's von mir auch eine absolute Empfehlung! 


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Bibliographie & Klappentext

Herausgeber: Tropen Verlag 
Erscheinungsdatum:  21. August 2021
Originaltitel: The Devil and the Dark Water
Reihe: Nein,  Einzelband 
Genre: Kriminalroman
Seiten: 608
Preis: Hardcover € (D) 25,00 | € (A) 25,70
Preis: E-Book € 19,99
ISBN: 978-3-608-50491-0
© Rechte sowie weitere Infos: Klett-Cotta
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Inhalt

1634: Ein Schiff auf dem Weg von Indonesien nach Amsterdam. Eine dunkle Prophezeiung und ein Detektiv, der selbst Gefangener ist. Samuel Pipps und Arent Hayes stehen vor dem Fall ihres Lebens, denn der Teufel ist mit an Bord. Aberglaube, Hexenjagd, Machtgier – Stuart Turton führt uns ins dunkle Meer der menschlichen Abgründe.

Gerade noch hat Samuel Pipps im Auftrag der mächtigen Männer der Ostindien-Kompanie einen kostbaren Schatz in der Kolonie Batavia wiedergefunden. Nun befindet er sich auf dem Weg zu seiner Hinrichtung. Sein Assistent und Freund Arent Hayes ist mit an Bord der Saardam. Genau wie der Generalgouverneur und seine Frau Sara Wessel. Doch kaum auf See, beginnt der Teufel sie heimzusuchen. Unerklärliche Morde geschehen, und ein Flüstern weht durch das Schiff, das alle an Bord dazu verführt, ihren dunkelsten Wünschen nachzugeben. Pipps muss seinem Freund Arent und Sara dabei helfen, ein Rätsel zu lösen, das alle Passagiere verbindet und weit in die Vergangenheit zurückreicht. Bevor das Schiff sinkt und sie alle in die Tiefe reißt.

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