Das Jahr der Hexen von Alexis Henderson

[Werbung] Mein erster Titel aus dem FESTA Verlag, den ich allerdings als Hörbuch gehört habe. Es war weniger brutal als erwartet, zumindest was das Treiben der Hexen angeht. 

"Düster, grausam, frauenverachtend und dramatisch! Eine Geschichte von Blut, Pestilenz, Finsternis und Gemetzel!

Meine Meinung

Das Jahr der Hexen ist nicht nur Alexis Hendersons Debüt als Autorin, sondern auch mein erster FESTA-Titel. Vielleicht waren meine Vorstellungen einfach zu anders, aber irgendwie habe ich mir mehr Horror, Magie und Hexentreiben erwartet. Schlecht war der Roman keinesfalls, aber eben nicht wie erwartet. Das Buch ist düster, grausam, frauenverachtend und fanatisch - irgendwie ein bisschen ein Mix aus Der Report der Magd und The Grace Year. Und obwohl ich diese unerbittlichen und erschreckenden Geschichten aufgrund ihrer Thematik absolut fesselnd finde, konnte mich Das Jahr der Hexen nicht so richtig packen; zumindest nicht durchgehend. 

In ihrem Debüt schickt Alexis Henderson ihre junge Protagonistin Immanuelle auf einen Art Kreuzzug gegen das strenge Patriarchat, welches in Bethel herrscht. Das Wort des Propheten steht in Bethel über allem und ist oberstes Gesetz. Frauen werden erbarmungslos unterdrückt und  missbraucht und bei den kleinsten "Vergehen" gnadenlos bestraft. Für Immanuelle kommt noch erschwerend hinzu, dass sie farbig ist und allein ihre Herkunft und Abstammung auf Gotteslästerung basiert. Es sind tatsächlich heftige und schwere Themen, welche die Autorin aufgreift und in ihrem historischen Fantasyroman verarbeitet. Sexismus und Rassismus an jeder Ecke und die Dominanz der Männer haben eine Menge negativer Gefühle bei mir hervorgerufen. Das muss man der Autorin tatsächlich lassen, dass sie es schafft mit ihrem einnehmenden und atmosphärischen Stil eine Welle an Emotionen hervorzurufen; allen voran Wut, Hass und Rachsucht gegenüber den herrschenden Männern. Und auch Kirche und Religion werden nicht gerade in ein positives Licht gerückt. 

Ziemlich gelungen fand ich auch die Einteilung in die die vier großen Abschnitte Blut, Pestilenz, Finsternis und Gemetzel. Was es mit den Plagen auf sich hat, müsst ihr natürlich selber herausfinden. Bei mir haben die Überschriften jedenfalls enorm meine Neugierde geweckt und das Feuer, welches zu Beginn des Buches in mir  entflammt ist, immer wieder neu geschürt. Andernfalls hätte ich vielleicht sogar abgebrochen, denn nach einem beeindruckenden Start, der mich in diese schonungslos grausame Welt entführt hat, hatte ich nach und nach mehr das Gefühl auf der Stelle zu treten. Den sprichwörtlichen roten Faden habe ich leider immer wieder verloren, was auch dazu geführt hat, dass ich gedanklich recht häufig abgedriftet bin. Doch wie gesagt, meine Neugier hat gesiegt und letztlich war ich froh das Gemetzel miterlebt zu haben. Der Schluss hat mich dann nämlich nochmal so richtig gepackt und einige Längen im Buch wieder gut gemacht. 

Fanny Bechert, welche das Buch eingelesen hat, hat übrigens einen grandiosen Job erledigt. Auch ihr ist es zu einem Großteil zu verdanken, dass ich weiter gehört habe. Vorallem die weiblichen Charaktere wurden von ihr sehr authentisch und lebendig dargestellt. Was die männlichen Stimmlagen betrifft, sehe ich zwar noch Luft nach oben, nichts desto trotz mochte ich die Lesung der Sprecherin sehr gerne. 

Fazit

Mehr Drama als Horror. Mehr Historischer Roman als Fantasy. Irgendwie ein Mix aus Der Report der Magd und The Grace Year

Alexis Henderson hat eine grausame, erschreckend frauenverachtende, fanatische und rassistische Welt erschaffen, in der das Wort des obersten Propheten Gesetz ist. Das Jahr der Hexen ist ein emotionales, düsteres und  atmosphärisches Debüt, welches mich nach einem starken Beginn erst wieder gegen Ende so richtig fesseln konnte. Dazwischen habe ich leider immer wieder den roten Faden verloren. Es ist definitiv kein schlechtes Buch. Es werden heftige Themen wie Sexismus und Rassismus aufgegriffen; Themen, die zum Nachdenken anregen und wachrütteln. Verpackt wurde das ganze mit einer Fantasyschleife, wobei der Fantasyanteil nicht dominiert. Für meinen Geschmack hätte es ruhig mehr Magie und Hexenwerk geben können. Ich sehe aber auf jeden Fall das Potenzial, auch wenn es hier nicht vollends ausgeschöpft würde. 

Fanny Bechert hat als Sprecherin des Hörbuches zudem einen tollen Job gemacht, weshalb ich allein für das Hörbuch 4 Herzchen vergebe. 

Gesamt gibt's 3,5 💜. 

💜💜💜,5


Bibliographie & Klappentext



Herausgeber: Steinbach sprechende Bücher 
Erscheinungsdatum:  25. Juni 2021
Originaltitel: The Year of the Witching
Reihe: Nein, Einzelband 
Genre: Fantasy, Horror, Thriller 
Version: ungekürzt
Spieldauer: 14 Stunden 16 Minuten 
gesprochen von: Fanny Bechert 
Preis: CD € (D) 17,00 
ISBN: 978-3869745848
© Rechte sowie weitere Infos: Steinbach Sprechende Bücher 
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Inhalt

Ein atemberaubender Roman über eine junge Frau, die in einer unerbittlich puritanischen Gesellschaft lebt und dunkle Kräfte in sich entdeckt.

In Bethel ist das Wort des Propheten Gesetz. Allein Immanuelles bloße Existenz durch die Liebe ihrer Mutter zu einem Fremden ist Gotteslästerung.
So wie alle anderen Frauen in der Siedlung führt Immanuelle ein Leben der Unterwerfung und absoluten Hingabe.
Doch dann betritt sie die verbotenen Dunklen Wälder, die Bethel umgeben. Sie werden von den Geistern von vier Hexen heimgesucht. Diese machen Immanuelle ein außergewöhnliches Geschenk: Das Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter ...
Fasziniert von den geheimnisvollen Aufzeichnungen, fällt es Immanuelle schwer zu verstehen, weshalb sich ihre Mutter mit den mächtigen Hexen verbündete. Bis sie die grausame Wahrheit über den Heiligen Krieg des ersten Propheten erfährt, bei dem unzählige Frauen und Mädchen missbraucht, gefoltert und verbrannt wurden.

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